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Es gab einen freundlichen Empfang im Gästehaus von Corien u
nd Kees in Grancey-le-Chateau. Der Hausherr, ein Holländer, versorgte Klaus und Frodo und eine gleichzeitig angekommene holländische Familie mit kalten Getränken. Die beiden Kinder der Familie freundeten sich direkt mit Frodo an. Auf der Terrasse gab es ein wunderbares Abendessen, Blick auf die Kapelle und die große Mauer von Grancey. Grancey war über Jahrhunderte Zankapfel der Bischhöfe und Grafen von Dijon und Langres, weswegen die Mauer auch entstanden ist. Beeindruckend ist die alte Linde im Park, die einen intensiven
Duft verströmte (ist mind 150-200 Jahre alt), passend zu diesem warmen Sommerabend.
Heute Morgen war keine einzige Wolke am Himmel und es gab einen herzlichen Abschied von den beiden Gastgebern. Sie statteten Frodo und Klaus noch bestens mit Wasser, Brot, Obst und einer Wanderkarte aus.
Der Jakobsweg bietet ab Grancey drei Varianten an. Leider ist eine Änderung des Weges kurzfristig nötig gewesen, da die einzige Auberge in Courtivron sich nicht gemeldet hat. Corine glaubt, dass sie sogar geschlossen habe.
Klaus fand jedoch eine Auberge in Is-sur-Tille, kann aber daher die netten Leute aus Messigny, die er bei Toul getroffen hatte, nicht besuchen.
Unterwegs gab es immer noch viel Wasser zu Frodos großer Freude. Vor zwei Tage wäre dieser Weg noch nicht passierbar gewesen.
Die Mittagspause verbrachten unsere beiden Pilger in Marey-sur-Tille in einer alten Badeanlage von 1850. Es war sehr schattig und die großen Steine ließen die Hitze draußen, obwohl kein Wasser mehr in dem Becken ist. Klaus findet auf
der Karte einsamen Weg quer durch die Wälder und Felder direkt nach Is-sur-Tille. Diesen liefen sie fast ohne eine Straße laufen zu müssen, was wiederum Balsam für die Knochen und für Frodos Freiheitsdrang war.
Fazit:
Das Wetter ist wieder super, Frodo genießt jedoch noch die letzten Pfützen.




Zuerst einmal muss ich kurz erklären, dass Klaus und Frodos Erreichbark
eit im Moment sehr eingeschränkt ist, weil die Gegend, in der sie momentan wandern, sehr dünn besiedelt ist. Das Senden von Mails mit Fotos gleicht eher einem Glücksspiel und heute sind trotz mehrmaligen Versuchen leider nicht alle Fotos bis nach Köln gekommen.
Gestern hat es ein Bild nicht geschafft, welches aber heute angekommen ist. Es zeigt die wunderschöne Schnecke, die 18 Stunden via Internet bis zu mir gebraucht hat. Also in ziemlichem Schneckentempo… Klaus hat die Schnecke an der Straße entdeckt und schnell ein Foto gemacht, bevor unser neugieriger Frodo sie beschnüffeln konnte, weshalb sie sich blitzschnell in ihr Häuschen zurückgezogen hat. Als Dank für das schöne Foto hat Klaus sie auf die andere Seite der Straße verfrac
htet, denn leider haben viele ihrer Artgenossen die Überquerung nicht geschafft.
Die Auberge, in der Klaus und Frodo die letzte Nacht verbracht haben, stammt aus dem 12. Jahrhundert und war damals eine Zistenzienser Abtei. Sie wurde später noch vergrößert und ist heute nicht nur eine Auberge, sondern in einem weiteren Teil befindet sich ein Kulturzentrum für Musikfestivals. Die Besitzer, die früher Einrichtungen (unter anderem für Apotheken) gemacht haben, richteten alles sehr stilvoll ein und betreiben das Ganze seit 10 Jahren.
Neben der Auberge befinden sich draußen noch Reste einer alten Bowlingbahn, die Bernd und Jean-Pierre sicher an vergangene Zeiten erinnern werden.
Im Ort Auberive gibt es einen einzigen Lebensmittelladen, dessen Besitzerin führt ein Pilgerbuch, in dem die letzten Pilger, die auch aus Deutschland waren, vor 10 Tagen einen Eintrag machten. In diesem Pilgerbuch haben sich natürlich auch Frodo und Klaus verewigt und einen kleinen Massenauflauf provoziert, weil Frodo, schon bekannt als Shootingstar, alle Blicke mit seinem kleinen Rücksäckchen auf sich zog. Die Besitzerin hat zum ersten Mal einen Pilgerhund gesehen und hat direkt ein Foto gemacht, welches in das Buch geklebt wird. 
Allgemein war es heute eine sehr angenehme Etappe, mit vielen Waldwegen gezeichnet von den gestrigen Wassermassen. Natürlich gab es auch den ein oder anderen Anstieg, bei dem Frodo immer ungeduldig auf Klaus warten musste, der das Tempo von dem kleinen schwarzen Blitz nicht mithalten konnte.
Unterwegs sahen sie noch ein sehr interessantes Kreuz: „la Croix au Loup“ auf dem eine Geschichte stand. „1811 hatte an dieser Stelle der Bürgermeister, der damals immerhin schon 79 Jahre alt war, einen Wolf getötet, der vorher schon 6 Menschen tödlich verletzt hatte und das nur mit einer „serpe“ (=Sichel) bewaffnet. Er selbst starb 85 Tage nach seinem Sieg.“ Die beiden Pilger waren sehr erstaunt, dass es vor knapp 200 Jahren in diesem Gebiet noch Wölfe gab.
Unsere beiden Pilger kamen entspannt, gesund und munter an ihrem Etappenziel Grancey-le-Chateau an.
Fazit:
Pi und Hund glücklich und gesund.






Die Nacht unserer beiden Pilger war sehr unruhig. Es gewitterte und donnerte so stark, dass Klaus um 3 Uhr morgens aufwachte und ein Blick zu Frodo verriet ihm
, dass dieser schon länger nicht schlafen konnte. Ein kleines, zitterndes, schwarzes Fellknäuel war mehr als verunsichert durch das Außengeschehen. Daraufhin schloss Klaus die Fensterläden und das half den Beiden noch ein wenig zu schlafen, aber sie ruhten dadurch auch zu lange, da sie nicht durch die morgendliche Sonne geweckt wurden.
Etwas zu spät gingen sie nach dieser anstrengenden Nacht frühstücken und die nächste Überraschung ließ nicht lange auf sich warten. Durch das Gewitter und die Stromausfälle funktionierten die Kreditkartengeräte nicht und es bildeten sich sowohl im Hotel als auch im Supermarkt lange Schlangen. Der erwähnte Supermarkt war auch gar nicht zu finden, da der Nationalfeiertag viele Geschäfte veranlasst hatte, nicht aufzumachen. Sie fanden aber doch noch ein
e Wanderkarte und Verpflegung und machten sich somit mit Verspätung auf den Weg. Bis jetzt kann man insgesamt sagen, dass der französische Nationalfeiertag in allen Beziehungen kein normaler Tag ist.
Bei schönem Wetter wäre die heutige Etappe sicherlich sehr schön gewesen, bei Platzregen, Gewitter und Donner sind die Feld- und Waldwege, bei denen auch bei normalem Wetter eine Wanderkarte sinnvoll ist, noch schwerer zu finden und zu belaufen. Der GR7 Wanderweg ist gleichzeitig auch der Jakobsweg und führt hinter Langres zu einer Höhe, auf der Klaus und Frodo im Schlamm und Morast fast stecken geblieben wären. Die Schuhe wurden dadurch fast drei Mal so schwer und den beiden Pilgern verließen langsam aber stetig der Mut und der Glaube, dass sie diese Etappe schaffen würden. Um das Ganze doch irgendwie noch zu retten, beschloss Klaus eine Änderung und guckte auf seiner neu erworbene
n Wanderkarte nach asphaltierten Straßen, die eine sicherere und schnellere Variante darstellten, auch wenn die Knochen von Klaus und Frodos Freiheitsdrang dagegen protestierten. Es war aber, wie sich auch später noch herausstellen sollte, die beste Wahl. Zum einem kann man sagen, dass die D428 weniger befahren ist als man denkt, zum anderen ist auch der Randstreifen sehr breit, gut begehbar und die wenigen Autos, die kommen, halten großen Abstand.
Durch diese kluge Entscheidung trafen unsere beiden nassen Pilger gegen sechs Uhr an ihrem Etappenziel Auberive ein.
Zu den Fotos:
Jeder kann ja ein wenig mit raten, welches der Fotos gemeint ist.
Heute sind selbst in den kleinsten Dörfern französische Flaggen gehisst.
Ein begossener Pudel.
STOP – Nicht durch die Pfütze gehen.
Kleine Bäche werden zu großen Flüssen.
Schnecken und Pilze dürfen in Privatwäldern nicht gesammelt werden.
Ein Bauer präsentiert stolz seine Auszeichnungen.
Kleine rote Viecher fressen sich durch grüne Blätter (Erläuterungen von Hobby-Biologen erwünscht).
Versteck während eines Platzregens.
Fazit:
Die Entscheidung für Straßen und gegen Waldwege. Nicht schlafen können und dann verschlafen. Der immer glückliche Cocker ist ein begossener Pudel. Der französische Nationalfeiertag ist wirklich ein besonderer Tag, nicht nur für die Franzosen, auch für unsere Pilger!




Zuerst einmal etwas zu den oberen beiden Bildern. Links zu sehen sind Hortensien, die blühen im Moment an fast jeder Hausecke in riesigen Büschen. Das rechte Bild zeigt einen Traktor, auf dem oben ein Tennisschläger liegt. Die Beiden haben wohl schon einmal bessere Zeiten gesehen…
Die ersten 10 km liefen Pi mit Hund wieder auf kleinen Straßen, wie die Tage vorher. An einer Stelle haben unsere beiden Pilger die Autobahn unterquert und das erinnert Klaus an die Zeit, als er vor über 40 Jahren zu seinem langjährigen Freund Jean-Pierre nach Aix-en-Provence gefahren ist. Damals gab es diese Autobahn noch nicht(es gab nur die Route Nationale), aber er konnte sich noch sehr gut an Langres erinnern, da es oben auf einem Berg liegt und man es v
on weitem schon sehen kann. Klaus hat schon mit Jean-Pierre telefoniert und die Beiden bzw. die Drei werden sich treffen, wenn sie weiter in den Süden von Frankreich gekommen sind.
Später kamen Pilger Klaus und Pilger Frodo an einen Stausee mit einem kleinem Sandstrand, einem Tretbootverleih und einem Imbiss. Dort trafen die Beiden auf vier Männer, die das Ganze dort betreiben und diese Vier waren so begeistert von Frodo, dass sie direkt Fotos gemacht haben, Klaus eine Flasche Wasser brachten und Frodo bekam Wasser aus dem Stausee, welches ihm übrigens sehr gut geschmeckt hat. Natürlich bekam Frodo auch für jedes geschossene Foto als Gegenleistung ein Stückchen Pastete. Welch großzügige Geste. Kurz vor Langres ging es wieder einmal steil den Berg hoch und das Ganze endet dann in einem Fußweg mit Treppen. Es war ein sehr schwüler Tag und Klaus war nass geschwitzt, obwohl Frodo ihn fast die ganze Zeit hochgezogen hat.
Langres ist eine wunderschöne alte Stadt, die besonders mit ihrer Kathedrale, den Häusern aus der Renaissance und ihren kleinen Gassen einen tollen Charme verbreitet. Allerdings mussten Klaus und Frodo ihren Abendrundgang abbrechen, weil viele junge Leute am Vorabend des 14. Juli (Nationalfeiertag) in den Straßen feierten und viele Böller (wie an Silveste
r) zündeten. Das ist für Frodo sehr schlimm, er leidet da wirklich, weil er denkt, dass etwas Schlimmes passiert. Leider sind alle Erklärungsversuche von Klaus gescheitert und die beiden Pilger sind in ihr Hotel zurückgekehrt. Eine Stunde später befanden sich die Beiden dann im Restaurant und ein schweres Gewitter zog über Langres, es blitzte, donnerte und das Licht ging aus. Was sehr kurios war, dass das Licht im Restaurant wieder anging aber im Nebengebäude, wo sich ihr Zimmer befand, ging die mit einem Code-Schloss gesicherte Tür nicht auf, da der Strom in diesem Teil des Hauses noch nicht wieder da war. Also wartete eine kleine Gruppe Leute eine halbe Stunde vor dem Gebäude bis der Strom auch dort wieder anging. Neumodische Schlösser sind sehr schön, aber in solchen Situationen hätte ein guter alter Schlüssel bessere Dienste geleistet.
Fazit:
Gewitter und Böller an einem Abend…. Das ist wirklich gemein… Der arme kleine Frodo…





Zuerst einmal muss erwähnt werden, dass Frodo in einer Top-Verfas
sung ist und man meint, er kann gar nicht genug bekommen vom Laufen, er will einfach immer weiter.
Am Morgen hatten unsere beiden Pilger richtig Glück, weil ein Bäckereiwagen gerade in das Dorf kam, als die Beiden loslaufen wollten. Dort haben sie sich mit Croissants für den Tag eingedeckt. 6 Croissants wurden eingepackt: 3 für Frodo und 3 für Klaus. Das haben sie dann auf 3 Pausen verteilt, wobei sich die Einteilung in der Realität dann eher zu 4 Croissants für Frodo und 2 für Klaus geändert hat…
Am Anfang der Etappe sind sie nach Hâcourt zurück gelaufen, wo sie gestern den Jakobsweg verlassen haben. Auf einem Foto ist eine kleine Bahnstation, die zwischen Hârcourt und Graffigny liegt, zu sehen, die auch noch bewohnt ist, aber dort halten schon länger keine Züge mehr, weil einfach zu wenig Leute in dieser Gegend wohnen.
Die komplette Etappe verlief auf kleinen Straßen. Es gab zwar wenige Autos, aber für Frodo hieß das natürlich lockere Leine und für Klaus Füße und Gelenke hieß es
Asphalt. Fast die ganze Strecke ging an der Maas entlang.
Dann kam ein kleiner Ort namens Meuvy, der eine interessante Kirche hat, da der Turm gedreht und gebogen ist, wie man auf den beiden Fotos oben erkennen kann. Hierzu gibt es auch wieder eine Umfrage auf der linken Seite. Bitte alle abstimmen!
Neben der Kirche befindet sich ein kleines Rathaus. An der Mairie, die in diesem Ort wirklich sehr schön aussieht, hängt auch meistens eine französische Flagge draußen.
Unsere beiden Pilger haben viele Blumen am Wegesrand gesehen. Oft wachsen diese Blumen auf Grundstücken von verlassenen Häusern, als einzige Überbleibsel des früheren Lebens.
Die Gestaltung der Gräber auf den Friedhöfen unterscheidet sich doch deutlich zu unseren, da die meisten mit Steinplatten (Granit) völlig abgedeckt sind, was
man bei uns auch manchmal sieht, allerdings stellen hier die Verwandten und Freunde kleine Tafeln auf, die von Ständern gehalten werden und zum Gedenken an die Toten dienen. Da sind kleine Gravuren eingemeißelt und sie sehen fast so aus wie Bilderrahmen.
Kurz vor Montigny ist die Maas nur noch ein breiter Bach im Tal. Um zum Dorf zu gelangen muss man einen Höhenunterschied von 150m überwinden, womit Frodo gar keine Problem hatte, Klaus jedoch sehr froh war, als er im Hotel ankam. Fazit: Eine Umfrage soll das Rätsel von Meuvy klären! In den Kommentaren werden Erläuterungen der Wahl gerne gehört.

