Samstag, 25. Juli 2009

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Gestern haben die Beiden fürstlich gegessen und sie haben die 800km Marke gebührend gefeiert. Während des Essens kam dann ein Anruf von Lambert aus dem FC Stadion und übertrug per Handy dann die gesamte Hymne des 1. FC Köln. Nach dem Abendessen hat Klaus mit Frodo noch einen Rundgang durch das nächtliche Cluny gemacht.
Heute morgen um 6:30 Uhr hat Klaus schon Usassa’s Kommentar gelesen und hat festgestellt, dass er FC mäßig bestens auf dem Laufenden gehalten wird, da Klaus und ich bei unserem abendlichen Rapport, bei dem das Spiel lief, auch noch zusammen das Abschlussinterview von Poldi „gehört“ haben.
Beutlin’s Recherche zur Bevölkerungsdichte ist sehr interessant, könnte aber in den nächsten Wochen noch „untertroffen“ werden, da die beiden Pilger in noch weniger bewohnte Gebiete kommen, was eine weitere Herausforderung an das Touristenbüro „Eri“ in Neunkirchen werden wird.
Heute morgen hat Klaus auch noch einen kleinen Rundgang durch Cluny gemacht und hat sich Nebengebäude von der Abtei angeschaut.
Am Stadtrand von Cluny sprach Klaus mit einem Ehepaar, die eine Kachel mit der Jakobsmuschel aus Spanien mitgebracht haben und diese an ihren Gartenzaun befestigten. Sie sind dieses Jahr bis Leon gekommen und werden nächstes Jahr den Rest gehen.
Es war insgesamt ein sehr schöner Tag und ein sehr schöner Weg. Zwei Meter hohe Farne am Wegesrand, seltene Schmetterlinge und seltene Pflanzen (jedenfalls für die beiden Pilger) machten den Weg noch interessanter. Die Landschaft wird immer gebirgiger und die Kühe (dessen Namen Klaus nicht mehr eingefallen ist, aber vielleicht bekommt er ja Hilfe) waren laut Schild lustigerweise zur Jagd freigegeben.
Mittags wurde eine Pause an einer Bäckerei eingelegt und dort gab es noch genau 3 Croissants, die Klaus natürlich direkt kaufte, er sah dann auch noch ein Baguette, welches er auch mitnahm. Die Beiden setzten sich an einen Kircheneingang. Klaus wollte Frodo ein Stück Baguette geben, aber der kluge Hund ließ sich natürlich nicht veräppeln, spuckte das Stückchen Brot wieder aus und klebte mit der Nase an der Tüte mit den Croissants. Test: Baguette verliert gegen Croissants.
Am Ziel Tramayes wird Frodo lautstark von zwei deutschen Pilgern begrüßt, die zur gleichen Zeit angekommen sind. Einer der Beiden hat schon von dem Pilger mit Hund gehört. Ursprünglich hatte er von einer anderen Pilgerin von unseren Pilgern erfahren und bei einem Treffen mit seinem Bruder diesem davon berichtet. Dieser recherchierte im Internet und erzählte dem Pilger davon. Details werden noch im Laufe des Abends ausgetauscht. Der Herr im Office de Tourisme setzte den Stempel in den Pilgerpass und ist gleichzeitig der Gastgeber von Klaus und Frodos heutigem Gästehaus, welches aus einer ehemaligen Scheune liebevoll ausgebaut wurde. Das englische Ehepaar besaß früher hier ein Ferienhaus und sie haben 10 Jahre in Deutschland gelebt, weswegen sie gut deutsch sprechen.
Fazit:
Die Ausmaße der Internetseite steigen und Klaus und Frodos Bekanntheitsgrad wächst von Tag zu Tag!








































Freitag, 24. Juli 2009

Sehr viele Gegensätze an einem Tag







Im Bericht von gestern hat Klaus vergessen von einer Episode zu berichten. Nach dem zweiten Gewitter kamen die Beiden an einen kleinen Bach, der durch den Regen gut gefüllt war und den man schon von weiten hören konnte. Frodo ist direkt zum Wasser gerannt, aber es war doch 50-80 cm tiefer als der Grasrand. In dem Moment, als Frodo an diesen Rand kommt, springen ca. 10 Frösche, einer nach dem anderen, aus dem Gras Kopf über ins Wasser. Dabei sind die Hinterbeine wirklich überraschend lang, was man bei dem Sprung ins Wasser gut erkennen konnte.
Beim Frühstück hatten die beiden Pilger auch ein Abenteuerprogramm dabei, da am Nachbargebäude vom Hotel „Dachdeckerarbeiten“ getätigt wurden. Klaus mutmaßt, dass sie nicht wirklich vom Fach waren. Der deutsche Arbeitsschutz hätte da bestimmt nicht nur zugesehen.
Die Etappe war insgesamt sehr schön, da die Beiden kaum auf Straßen laufen mussten, die Karte gut war und auch die Beschilderung ließ keine Wünsche offen. Dazu kam auch noch, dass sich das Wetter heute gut gehalten hat. Es war zwar bewölkt und die Sonne war nur selten zu sehen, aber zum Wandern wirklich toll.
Einerseits fanden sie einen sehr schönen Bauernhof, andererseits sahen sie auch ein sehr verfallenes Haus, was aber immerhin mit seinem rot-weißen Zeichen noch als Wegweiser diente. Dann kamen die Beiden zu einer Kirche namens St. Hippolyte aus dem 12. Jahrhundert, dreischiffig angelegt und sie gehörte zur Abtei Cluny. Allerdings ist jetzt nur noch der rechteckige Turm erhalten. Der Rest ist leider zerstört worden. Man hört von dort schon den TGV (Train Grande Vitesse), der ungefähr dem Deutschen ICE entspricht. Das ist natürlich ein großer Kontrast zu den Kirchen und der sonst ruhigen Natur und geschwindigkeitstechnisch natürlich auch zu unseren beiden Pilgern.
Anders als im Burgund werden die Mauern hier mit flachen Steinen senkrecht geschichtet und übrigens wieder Buchsbäume im Hintergrund waren.
Kurz vor Cluny treffen die Beiden noch auf einen kleinen „Waschsalon“ aus vergangenen Tagen.
Cluny ist eine sehr schöne und interessante Stadt im französischen Département Saône-et-Loire im südlichen Teil des Burgunds. Sie wurde vor allem bekannt durch die nach der französischen Revolution zerstörte mittelalterliche Abtei Cluny, die Klaus und Frodo auch gesehen haben. Die Beiden kamen am nördlichen Ende der Stadt an und sahen direkt den Tour Fabry, einen Wachturm an der Nordmauer des Klosters. Für den kleinen Frodo sind teilweise zu viele Touristen auf den engen Gassen.
Eri hat ein wirklich wunderschönes Hotel ausgesucht, direkt neben der Abtei. Es gibt einen schattigen Innenhof und das Fenster im ersten Stock (offen zum Trocknen der Wäsche) ist das Zimmer der Beiden.
Fazit:
Viel Kultur in Cluny, aber auch viel Stress für Frodo.





Donnerstag, 23. Juli 2009

Eine kleine schwarze Lokomotive





Die Wettervorhersage war nicht gut, viele Gewitter mit Regen und Sturmböen waren angesagt. Daher kam den Beiden die kurze Etappe sehr gelegen und die zwei Gewitter mit nassen Begleiterscheinungen konnten unsere zwei Pilger trocken überstehen. Klaus kann inzwischen ziemlich genau abschätzen, wann sich welche Wolke entladen wird und entsprechend suchten sie immer rechtzeitig nach Schutz.
Einmal fanden sie sogar wieder ein kleines Lokal mit Wasser und Café au Lait, allerdings war es nicht das auf dem Schild angekündigte „Relais du poste“, vielleicht existierte es ja auch gar nicht mehr, da die Preise doch noch in Franc und Euro angegeben sind. Man kann darauf vielleicht erkennen, dass die Deutschen Glück hatten, da 2 DM ca. einem Euro entsprachen. Bei den Franzosen war der Faktor ca. 6,5, was schon viel schwerer im Kopf kalkulierbar war.
Danach durchschritten sie eine Brücke aus früheren Bahnzeiten. Mann kann schön erkennen, dass Frodo als kleine schwarze Lokomotive vorne weg lief :-).
Danach entdeckten die Beiden ein Plakat mit der Eule (= chouette). Hätten sie das schon vor Dijon gesehen, dann hätten sie Beutlins Hilfe gar nicht mehr gebraucht, so wurden sie daran erinnert.
Der „Voie verte“ führte die Beiden weiter und kurz vor ihrem Ziel trafen sie auf eine französische Familie aus Rouen (Normandie), die aus dem Spanienurlaub langsam und in Etappen zurück nach Hause fahren. Die kleinste Tochter lernt hier gerade Fahrrad fahren, wozu der „grüne Weg“ wie geschaffen ist. An einer Mauer, die früher bestimmt entstanden ist, weil man sie mühsam zu Gunsten der Eisenbahnstrecke aus dem Felsen sprengen musste, ist mittlerweile eine Kletterwand entstanden. Dadurch ist die harte Arbeit von früher auch noch heute viel wert und freute die Kinder der Familie sehr und wird noch viele erfreuen.
Der alte Bahnhof von St. Gengoux le Nationale ist etwas außerhalb des Ortes gelegen und ist heute eine große Station zum Verleih von Fahrrädern, die teilweise mit Motorantrieben ausgestattet sind, was sehr stark von den Touristen angenommen wird.
Am Nachmittag bekam Klaus im Ort zwei Wanderkarten und die Beiden kommen nun zu Etappen, wo sie wieder in die Berge gehen können, zumal sich das Wetter wieder bessern soll.
Als die Beiden vor dem Abendessen noch etwas in einem Lokal trinken, kommt ein Pilger mit Stab und schwerem Rucksack ins Lokal, setzt sich mit seinem „Outdoor“ Führer an einen Tisch und wartet ca. 10 Minuten bis ein Taxi (VW Bus) ihn abholte… Klaus und Frodo sind bisher schon sehr stolz, jeden Kilometer mit ihren 6 Füßen eigenständig und ohne Hilfsmittel gelaufen zu sein.
Fazit:
Klaus und Frodo: Wir sind auch sehr stolz auf Euch!!



Mittwoch, 22. Juli 2009

Nicht nur das Wetter ist wechselhaft

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Ein wirklich gut erzogener Hund - und wir dürfen es bestaunen !





Heute Morgen war die Bedienung im Hotel „Val d’Or“ nicht sehr freundlich und das ist wohl noch sehr diplomatisch ausgedrückt. Frodo dürfte nämlich nur in den Frühstücksraum, wenn er ganz ruhig wäre. Dazu muss man wissen, dass er gestern Abend drei Stunden mucksmäuschen still und brav unter dem Tisch gelegen hat. Das Essen war sehr lecker, aber die Bedienung konnte dem nicht entsprechen. Als die Beiden dann heute Morgen auch noch einen kleinen Tisch mitten im Raum zugewiesen bekamen, entschied sich Klaus spontan auf das Frühstück zu verzichten. Frodo bekam auf dem Zimmer die restlichen Madeleines und für ihn war das wahrscheinlich sowieso besser.
Über Nacht hatte es wieder ein schweres Gewitter gegeben, so waren die Beiden heute wegen des ausfallenden Frühstücks früher auf dem Weg und als sie den nächsten Ort Mellecey erreichten, kam ein Platzregen herunter, in den sie wahrscheinlich genau geraten wären, wenn sie gefrühstückt hätten. Nun konnten sie gerade noch in ein kleines Lokal laufen, ohne wirklich nass zu werden. Die Chefin besorgte Croissants beim Bäcker nebenan, machte einen leckeren Café au Lait und auf diese Weise wurde das Frühstück nachgeholt, während es draußen aus allen Wolken regnete.
Wegen des unbeständigen Wetters entschied sich Klaus gegen die Route über die Berge, zumal das „Outdoor“ Buch von „verlorenen Wegen in der grasbewachsenen Hochfläche“ spricht. Ohne Karte, die nicht zu bekommen war, hätte dies ein großes Problem werden können.
Kurz darauf kamen unsere beiden Pilger an einer „Stele“ vorbei (als Stele wird seit der griechischen Antike ein hoher freistehender Pfahl bezeichnet), die an Kämpfe der Résistance gegen die Gestapo vor fast genau 65 Jahren erinnerte. Wenig später trafen die Beiden auf einen sehr freundlichen Herrn, der vor seinem Haus stand, welcher im September die letzten Kilometer bis Santiago de Compostela gehen wird. Er lud Klaus zu einem Kaffee ein und wollte ihm eine Flasche Wein geben, aber da die Beiden schon durch den Halt im Café etwas in Verzug geraten waren und auch schon einiges an Gepäck dabei haben, schlugen sie die netten Angebote aus. Für ein Foto und ein Zusammentreffen mit einem Teil der restlichen Familie blieb jedoch noch Zeit. Klaus ist wirklich sehr überrascht und auch erfreut, dass sich die Zeiten in den letzten 65 Jahren so sehr geändert haben. Der Mann war in Klaus Alter und damals litt das Land unter den Deutschen, aber von Vorurteilen ist keine Spur mehr.
Nun schien die Sonne wieder, aber die Spuren des Gewitters waren noch sehr gut zu sehen. Es sind viele Blumen am Weg und an den Häusern, die sich wahrscheinlich nicht über den Sturm, bestimmt aber über den Regen gefreut haben und nun ihre volle Blüte im Sonnenschein zeigten.
Pi und Hund erreichten Givry und liefen dann weiter auf den „Voie Verte“. Dieser „grüne Weg“, genauer gesagt „grüne Gleise“, ist reserviert für Radfahrer und Fußgänger. Früher war hier eine Eisenbahnstrecke und als diese stillgelegt wurde, hat man anstelle der Schiene einen geteerten Weg angelegt. Dieser verläuft sehr lange geradeaus und rechts und links gibt es einen Grünstreifen, sehr zur Freude von Pilger Frodo. Von Zeit zu Zeit gibt es dort alte Bahnhöfe zu bestaunen, die an den früheren Schienenverkehr erinnerten. In dem von St. Desert erkennt man auch noch die Bahnsteigkante und auch das Wartehäuschen ist noch einigermaßen erhalten, dort legte Frodo sich auch direkt in den Schatten. Auf diesem Weg entstand auch das Video, in dem wir über den klugen Frodo staunen können, der sich, wenn ein Fahrradfahrer kommt, brav an den Wegesrand legt. Fein!
In Buxy sind die Beiden sehr freundlich in dem Touristenbüro empfangen worden. Frodo bekam Wasser und Klaus seinen Pilgerstempel. Danach war Klaus und Frodos all abendliches Programm an der Reihe. Hierbei muss auch einmal erwähnt werden, dass Klaus seine Wäsche jeden Abend selber mit Hilfe von Rei in der Tube reinigt, welches, wie wir ja alle wissen, vielseitig anwendbar ist. Auch sehr wichtig ist, dass man als Pilger nicht morgens sondern abends duscht, weil man so Blasen an den Füßen vermeidet. Hier will ich jedoch nicht all zu viel verraten, da daraus noch ein hilfreicher Tipp entstehen wird. Frodo wurde heute Abend noch schön gebürstet und dann machten sich die Beiden munter auf den Weg zum Abendessen.
Fazit:
Pi + Hund wurden nicht nur einmal für den unglücklichen Tagesstart entschädigt :)